Präsentation der "Heimatklänge"
der Blasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen
von Werner Tobias / Mainz

 << Die Trachtengruppe.  Leitung Werner Gilde >>

 << Stimmung mit den Rosenkavalieren >>
 << Auch die Musiker-Frauen sind aktiv. Erika an der Kasse und CD-Verkauf >>

 << . . . alles vom Grill >>
 

 << Prof. Anton Hollich dirigiert die Blaskapelle >>

 << Stimmung mit den Rosenkavalieren >>

 

Am Samstag, dem 07.06.2008 hat die Trachtenblasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen zur Präsentation der im Studio frisch aufgenommenen CD ins Haus der Donauschwaben nach Frankenthal eingeladen. Billeder und Nicht-Billeder Musikfreunde von Nah und Fern gaben sich die Ehre - und sie haben was geboten bekommen, für Aug und Ohr - aber wie könnte es bei den Billedern anders sein - auch was für den Gaumen ...

Blasmusik hatte in Billed schon eine 160-jährige Tradition und war ein fester Bestandteil der Gemeinschaft, in Freud` und Leid. Sie war aus dem kulturellen Leben der Gemeinde nicht wegzudenken. Seit vielen Jahren stand die "Blechmusik" unter der Leitung von Jakob Groß sen. und begleitete die Billeder bei jedem Dorf- und Familienfest, Kirchweih, Bällen oder Hochzeiten - aber auch auf dem Weg zur letzten Ruhestätte. Ihm dem Kapellmeister ist es auch zu verdanken, dass die vergilbten Bücher mit wertvollen Musikstücken aus der alten Heimat in die neue herübergerettet wurden.

Als Adam Tobias 1995 einen Rundruf startete, um die Billeder Musiker in Deutschland wieder zusammen zu bringen, glaubte keiner recht daran, dass dies zu schaffen sei. Doch Alt-Kapellmeister Jakob Groß war sofort gewonnen und unterstützte das Unternehmen nach Kräften. Die Kapelle kam wieder sporadisch zu Proben zusammen. Es fanden sich weitere Begeisterte, die ihr Instrument längst weggelegt hatten, aber auch Mitstreiter aus umliegenden Ortschaften von Billed. Mit viel Idealismus wurde geübt und es formte sich eine Blasmusik-Kapelle, die inzwischen bei keinem Heimattag oder Brauchtumsfest der Billeder fehlen darf. Der Name "Trachten-Blasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen" wurde angenommen, um die Zusammengehörigkeit mit der Trachtengruppe zu unterstreichen, mit der gemeinsam sie vermehrt auftritt. Zwischenzeitlich ist die Leitung der Kapelle auf Jakob Groß jun. und Adam Tobias übergegangen, die sich diese Aufgabe teilen.
Es ist eine große Herausforderung für jeden der 30 Bläser, alle Termine wahrnehmen zu können, aufgrund der beruflichen Belastung jedes Einzelnen, aber auch der Wohnort-Verteilung über die Bundesrepublik.

Aus dem Gedanken heraus, mal eine Probe mit Publikum zu veranstalten, wurde das Frankenthaler Schlachtfest geboren. Diese Veranstaltung, die seit nunmehr zehn Jahren jeweils im Oktober stattfindet, ist eine wichtige Einnahmequelle zur Unterstützung unserer Blasmusik. Dank vieler fleißiger Helfer bekommen die Besucher der regelmäßig früh ausverkauften Halle neben dem Ohren- auch einen Gaumenschmaus in Form einer Schlachtplatte, die jedes Mal das Prädikat erzielt "Schmeckt wie derhem". Im letzten Jahr stellte sich zu dieser Gelegenheit auch der "Erste Fanclub der Trachtenkapelle Billed-Alexanderhausen" aus Nürnberg vor. Die Gründerinnen Elisabeth Follmer und Hedwig Grapini warben mit viel Herzblut um möglichst viele Anhänger und überbrachten einen Scheck mit einer beachtlichen Spende.

Während einer Geburtstagsfeier bei seinem Freund Anton Hollich aus Glogowatz, als Adam Tobias die Idee äußerte, mit den Billedern mal eine CD aufnehmen zu wollen, fiel diese hier auf fruchtbaren Boden. Dieser Freund bestärkte ihn in seinem Ansinnen und sie spannen gemeinsam den Faden weiter.
Mit Prof. Anton Hollich konnte somit ein erfahrener und erfolgreicher Musiker gewonnen werden, der zudem die Gabe besitzt, Menschen für etwas zu begeistern. Er übernahm die musikalische Gesamtleitung und bearbeitete die alten, in Handschrift überlieferten Walzer, Polkas, Ländler und Märsche, sodass die Harmonien so klingen wie "damals". Dank einiger weiterer Musiker, die bei der Produktion unterstützend mitwirkten, konnte ein Werk aus der Taufe gehoben werden, das sich hören lässt und unter den Banater Blaskapellen seinesgleichen sucht.

Bei der Vorstellung der CD "Heimatklänge" am Samstag hob Prof. Anton Hollich in seiner Ansprache die Begeisterung hervor, mit der die Musiker die Produktion angingen. Ihm selbst hat es sehr viel Spaß gemacht, mit ihnen zu arbeiten - und man kann es hören, seine Arbeit wurde durch ein hervorragendes Ergebnis belohnt. Es sei nicht Ziel gewesen, dieses Werk profimäßig zu gestalten, sondern vielmehr das Gefühl von damals zu vermitteln.

Ich meine, das ist vollkommen gelungen. Vor allem war dies zu spüren, als Anton Hollich vor die Kapelle trat und selbst die Stücke ansagte und dirigierte. Diese gelebte Musik erzeugte bei so manch einem eine Gänsehaut - ein Gefühl, das man auch bei den Musikern verspürte. Jeder gab alles. Als die einzelnen Bläsergruppen dazu aufstanden und ihre Instrumente im Rhythmus der Musik schwenkten, gab es im Saal kein Halten mehr. Stehender Applaus - nicht zuletzt vom Fanclub aus Nürnberg, der an diesem Tag eigens kreierte T-Shirts trug. Von allen Seiten war zu vernehmen: "So ergreifend hat die Blechmusik noch nie gespielt". Somit war spätestens jetzt das Ziel erreicht. Erstmalig war an diesem Tag das Gesangs-Duo Jakob Groß und Melitta Giel zu hören, nachdem sich die allbekannte, langjährige Sängerin Elisabeth Rieder von der Bühne verabschiedet hatte. Wir danken Frau Rieder für ihren Einsatz.

Zur optischen Untermalung der Feierlichkeit trat an diesem Nachmittag - wie kann's anders sein - auch die "Trachtengruppe Banater Schwaben Karlsruhe" auf. Unter der Leitung von Heidi Müller und Werner Gilde kommt diese Formation seit 1993 wöchentlich zu Proben zusammen, und stellt bis zu 20-mal im Jahr ihr Können bei verschiedenen Veranstaltungen unter Beweis. Die Gruppe besteht aus 28 Aktiven zwischen 13 und ... zweitem Frühling, wobei die Hälfte Billeder Abstammung sind, aber selbst ein "echter" Karlsruher dafür begeistert werden konnte. So präsentierten uns auch hier acht Paare in der schönen Banater Tracht gekonnt ihre einstudierten Tänze. Jede Gemeinde ist stolz darauf, wenn sich Jugendliche für die Weitergabe der Tradition so begeistern lassen.

In seiner Ansprache lobte Werner Gilde, Vorsitzender der HOG Billed, den Einsatz aller, die zum Gelingen der Aufnahmen sowie dieser Festveranstaltung beigetragen haben. Er sagte, dass eine solche CD nicht durch Brennen vervielfältigt werden sollte, sondern nur deren Kauf eine echte Unterstützung der Kapelle darstellt. Zudem kann sie ein treffliches Geschenk sein, das eine längere Nachwirkung beim Beschenkten hat als ein Strauß Blumen...

Zum Dank für ihren Einsatz bei den Schlachtfesten der vergangenen Jahre waren die langjährigen Helfer unter Leitung von Sepp Dinjer zu dieser Feier eingeladen. Er selbst sowie viele von ihnen durften auch diesmal am Grill stehen und die Mici und Steaks zubereiten. Diese sowie die von vielen Frauen selbst gebackenen Kuchen und Torten wurden von den Besuchern mit viel Lob bedacht.

Die Rosenkavaliere, zu ihrem 20-jährigen Jubiläum eingeladen von Adam Tobias und seinen Kameraden, spielten unermüdlich die ganze Nacht hindurch zum Tanz auf. Getreu dem Motto "Wir haben zusammen was auf die Beine gestellt, jetzt wollen wir auch gemeinsam feiern. Die Billeder und Freunde Billeds konnten bis in die frühen Morgen-stunden das Tanzbein schwingen und alle waren sich einig - es war wieder eine gelungene Veranstaltung.

Eine Hörprobe der 14 Musikstücke, sowie Informationen und Fotos von den Studioaufnahmen sind hier auf der Homepage der HOG Billed zu finden. Die CD kann über die Heimatgemeinschaft Billed e.V. bestellt werden. Tel:0721-784177

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