Am
Samstag, dem 07.06.2008 hat die Trachtenblasmusikkapelle
Billed-Alexanderhausen zur Präsentation der im Studio
frisch aufgenommenen CD ins Haus der Donauschwaben
nach Frankenthal eingeladen. Billeder und Nicht-Billeder Musikfreunde
von Nah und Fern gaben sich die Ehre - und sie haben was geboten
bekommen, für Aug und Ohr - aber wie könnte es bei den Billedern
anders sein - auch was für den Gaumen ...
Blasmusik
hatte in Billed schon eine 160-jährige Tradition und
war ein fester Bestandteil der Gemeinschaft, in Freud` und
Leid. Sie war aus dem kulturellen Leben der Gemeinde nicht
wegzudenken. Seit vielen Jahren stand die "Blechmusik" unter
der Leitung von Jakob Groß sen. und begleitete die Billeder
bei jedem Dorf- und Familienfest, Kirchweih, Bällen oder Hochzeiten
- aber auch auf dem Weg zur letzten Ruhestätte. Ihm dem Kapellmeister
ist es auch zu verdanken, dass die vergilbten Bücher mit wertvollen
Musikstücken aus der alten Heimat in die neue herübergerettet
wurden.
Als
Adam Tobias 1995 einen Rundruf startete, um die Billeder
Musiker in Deutschland wieder zusammen zu bringen, glaubte
keiner recht daran, dass dies zu schaffen sei. Doch Alt-Kapellmeister
Jakob Groß war sofort gewonnen und unterstützte das
Unternehmen nach Kräften. Die Kapelle kam wieder sporadisch
zu Proben zusammen. Es fanden sich weitere Begeisterte, die
ihr Instrument längst weggelegt hatten, aber auch Mitstreiter
aus umliegenden Ortschaften von Billed. Mit viel Idealismus
wurde geübt und es formte sich eine Blasmusik-Kapelle, die
inzwischen bei keinem Heimattag oder Brauchtumsfest der Billeder
fehlen darf. Der Name "Trachten-Blasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen"
wurde angenommen, um die Zusammengehörigkeit mit der Trachtengruppe
zu unterstreichen, mit der gemeinsam sie vermehrt auftritt.
Zwischenzeitlich ist die Leitung der Kapelle auf Jakob
Groß jun. und Adam Tobias übergegangen, die sich
diese Aufgabe teilen.
Es ist eine große Herausforderung für jeden der 30 Bläser,
alle Termine wahrnehmen zu können, aufgrund der beruflichen
Belastung jedes Einzelnen, aber auch der Wohnort-Verteilung
über die Bundesrepublik.
Aus
dem Gedanken heraus, mal eine Probe mit Publikum zu veranstalten,
wurde das Frankenthaler Schlachtfest geboren. Diese Veranstaltung,
die seit nunmehr zehn Jahren jeweils im Oktober stattfindet,
ist eine wichtige Einnahmequelle zur Unterstützung unserer
Blasmusik. Dank vieler fleißiger Helfer bekommen die Besucher
der regelmäßig früh ausverkauften Halle neben dem Ohren- auch
einen Gaumenschmaus in Form einer Schlachtplatte, die jedes
Mal das Prädikat erzielt "Schmeckt wie derhem". Im letzten
Jahr stellte sich zu dieser Gelegenheit auch der "Erste Fanclub
der Trachtenkapelle Billed-Alexanderhausen" aus Nürnberg vor.
Die Gründerinnen Elisabeth Follmer und Hedwig Grapini
warben mit viel Herzblut um möglichst viele Anhänger und überbrachten
einen Scheck mit einer beachtlichen Spende.
Während
einer Geburtstagsfeier bei seinem Freund Anton Hollich aus
Glogowatz, als Adam Tobias die Idee äußerte, mit den Billedern
mal eine CD aufnehmen zu wollen, fiel diese hier auf fruchtbaren
Boden. Dieser Freund bestärkte ihn in seinem Ansinnen und
sie spannen gemeinsam den Faden weiter.
Mit Prof. Anton Hollich konnte somit ein erfahrener
und erfolgreicher Musiker gewonnen werden, der zudem die Gabe
besitzt, Menschen für etwas zu begeistern. Er übernahm die
musikalische Gesamtleitung und bearbeitete die alten, in Handschrift
überlieferten Walzer, Polkas, Ländler und Märsche, sodass
die Harmonien so klingen wie "damals". Dank einiger weiterer
Musiker, die bei der Produktion unterstützend mitwirkten,
konnte ein Werk aus der Taufe gehoben werden, das sich hören
lässt und unter den Banater Blaskapellen seinesgleichen sucht.
Bei
der Vorstellung der CD "Heimatklänge" am Samstag hob Prof.
Anton Hollich in seiner Ansprache die Begeisterung hervor,
mit der die Musiker die Produktion angingen. Ihm selbst hat
es sehr viel Spaß gemacht, mit ihnen zu arbeiten - und man
kann es hören, seine Arbeit wurde durch ein hervorragendes
Ergebnis belohnt. Es sei nicht Ziel gewesen, dieses Werk profimäßig
zu gestalten, sondern vielmehr das Gefühl von damals zu vermitteln.
Ich
meine, das ist vollkommen gelungen. Vor allem war dies zu
spüren, als Anton Hollich vor die Kapelle trat und selbst
die Stücke ansagte und dirigierte. Diese gelebte Musik erzeugte
bei so manch einem eine Gänsehaut - ein Gefühl, das man auch
bei den Musikern verspürte. Jeder gab alles. Als die einzelnen
Bläsergruppen dazu aufstanden und ihre Instrumente im Rhythmus
der Musik schwenkten, gab es im Saal kein Halten mehr. Stehender
Applaus - nicht zuletzt vom Fanclub aus Nürnberg, der
an diesem Tag eigens kreierte T-Shirts trug. Von allen Seiten
war zu vernehmen: "So ergreifend hat
die Blechmusik noch nie gespielt". Somit war spätestens
jetzt das Ziel erreicht. Erstmalig war an diesem Tag das Gesangs-Duo
Jakob Groß und Melitta Giel zu hören, nachdem
sich die allbekannte, langjährige Sängerin Elisabeth Rieder
von der Bühne verabschiedet hatte. Wir danken Frau Rieder
für ihren Einsatz.
Zur
optischen Untermalung der Feierlichkeit trat an diesem Nachmittag
- wie kann's anders sein - auch die "Trachtengruppe Banater
Schwaben Karlsruhe" auf. Unter der Leitung von Heidi
Müller und Werner Gilde kommt diese Formation seit
1993 wöchentlich zu Proben zusammen, und stellt bis zu 20-mal
im Jahr ihr Können bei verschiedenen Veranstaltungen unter
Beweis. Die Gruppe besteht aus 28 Aktiven zwischen 13 und
... zweitem Frühling, wobei die Hälfte Billeder Abstammung
sind, aber selbst ein "echter" Karlsruher dafür begeistert
werden konnte. So präsentierten uns auch hier acht Paare in
der schönen Banater Tracht gekonnt ihre einstudierten Tänze.
Jede Gemeinde ist stolz darauf, wenn sich Jugendliche für
die Weitergabe der Tradition
so begeistern lassen.
In
seiner Ansprache lobte Werner Gilde, Vorsitzender der
HOG Billed, den Einsatz aller, die zum Gelingen der Aufnahmen
sowie dieser Festveranstaltung beigetragen haben. Er sagte,
dass eine solche CD nicht durch Brennen vervielfältigt werden
sollte, sondern nur deren Kauf eine echte Unterstützung der
Kapelle darstellt. Zudem kann sie ein treffliches Geschenk
sein, das eine längere Nachwirkung beim Beschenkten hat als
ein Strauß Blumen...
Zum
Dank für ihren Einsatz bei den Schlachtfesten der vergangenen
Jahre waren die langjährigen Helfer unter Leitung von
Sepp Dinjer zu dieser Feier eingeladen. Er selbst sowie
viele von ihnen durften auch diesmal am Grill stehen und die
Mici und Steaks zubereiten. Diese sowie die von vielen Frauen
selbst gebackenen Kuchen und Torten wurden von den Besuchern
mit viel Lob bedacht.
Die
Rosenkavaliere, zu ihrem 20-jährigen Jubiläum eingeladen
von Adam Tobias und seinen Kameraden, spielten unermüdlich
die ganze Nacht hindurch zum Tanz auf. Getreu dem Motto "Wir
haben zusammen was auf die Beine gestellt, jetzt wollen wir
auch gemeinsam feiern. Die Billeder und Freunde Billeds konnten
bis in die frühen Morgen-stunden das Tanzbein schwingen und
alle waren sich einig - es war wieder eine gelungene Veranstaltung.
Eine
Hörprobe der 14 Musikstücke,
sowie Informationen und Fotos von den Studioaufnahmen sind
hier
auf der Homepage der HOG Billed zu finden. Die CD kann
über die Heimatgemeinschaft Billed e.V. bestellt werden. Tel:0721-784177
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