Bei freundlichem Wetter trafen ca. um 15 Uhr die meisten Teilnehmer
unseres Treffens ein. Schon vor dem Frankenthaler Donauschwabenhaus
wurde man von Bekannten und vermeintlich Unbekannten begrüßt.
Im Saal mit den schön dekorierten Tischen ging das allgemeine
Rätseln, Fragen und Forschen los. Wer bist du? Hatte man das
Quiz gelöst, war man erstaunt, überrascht, erleichtert; Erinnerungen
kamen auf.
Mit
der Schulglocke hat Werner Gilde den offiziellen Beginn unseres
Treffens eingeläutet. Da war es selbstverständlich, dass alle
Gespräche verstummten und sich jeder an (s)einen Platz, heute
nicht in der Schulbank, sondern an seinen Jahrgangstisch setzte.
O weh! Gerade unser Tisch, der der 61-er, war am schwächsten
besetzt....
Werner
Gilde, der Vorsitzende der Heimatgemeinschaft Billed e. V.
und Vorsitzender des Kreisverbandes der Banater Schwaben aus
Karlsruhe ergriff das Wort, indem er uns alle recht herzlich
willkommen hieß.
Ganz besonders begrüßte er die anwesenden Lehrerinnen Frau
Slavik und Frau Schaljo und dankte für ihren Einsatz und ihre
Mühe während ihrer Tätigkeit, stellvertretend auch für alle
unsere gewesenen Lehrerinnen und Lehrer.
Aus
Respekt und zum stillen Gedenken standen wir alle auf und
gedachten mit einer Schweigeminute all der Lehrer und Schüler,
die schon verstorben sind.
Ein
Dankeschön ging auch an alle, die bei der Organisation dieses
Klassentreffens mitgearbeitet haben, dem wir alle mit einem
kräftigen Applaus beipflichteten.
Die
Idee dieses Treffens wurde 2007 beim Schlachtfest in einer
netten Gesprächsrunde geboren. Das sehr ansprechende Einladungsschreiben
bringt diese Idee auf den Punkt. Zitat:
"Liebe Kolleginnen und Kollegen,
‚Nimm dir Zeit für deine Freunde, sonst nimmt die Zeit
dir deine Freunde', heißt ein Sinnspruch eines unbekannten
Dichters. Wenn wir das Wort "Freunde" dann noch zweimal durch
das Wort "Erinnerung" ersetzen, so haben wir mindestens zwei
gute Gründe, uns zu einem mehrere Jahrgänge umfassenden Klassentreffen
zu sehen.
Damals:
Wir waren noch jung, unsicher, picklig, wollten die Welt verändern.
Heute: Wir wissen, wo's im Leben langgeht, die Haare werden
heller, die ersten Falten sichtbar. Na und?
Dazwischen: Ist viel passiert! Auch deshalb wollen wir uns
treffen!"
Werner
Gilde hat als Vorsitzender der HOG Billed darauf hingewiesen,
dass wir doch auch unser Heimatortstreffen nutzen sollten,
um Gemeinschaft zu erfahren, zu erleben und als Gemeinschaft
von den Politikern wahrgenommen zu werden.
Zitat: "Wir haben nun alle ein Alter erreicht, wo sich
die Frage stellt, ob wir uns zu der Gemeinschaft dazugehörig
fühlen. Wenn ja, dann sollten wir mit unserem Mitmachen und
Kommen zeigen, dass wir dazu gehören. Zu einer Gemeinschaft,
die uns geprägt hat, die uns sehr viel Positives auf unseren
Lebensweg mitgegeben hat. Darum geht jetzt schon die Einladung
an alle, nächstes Jahr an unserem Pfingsttreffen dabei zu
sein."
Um das Weiterbestehen unseres jährlich erscheinenden Heimatblattes
zu gewährleisten, hat uns Werner Gilde dazu ermutigt, unsere
Erinnerungen als gebürtige Billeder oder Banater aufzuschreiben
und den Beitrag der Nachwelt im Heimatblatt zur Verfügung
zu stellen. Denn manch Interessantes kann man nur so erfahren,
wo doch selbst Nicht-Billeder unser Heimatblatt sehr gerne
lesen.
Dieser Aufruf wurde mit dem von unserem Redner im Internet
gefundenes Gedicht unterstrichen:
"Erinnert
eich mol! Wie des war,
als ihr noch kleeni Kinner wart
es gab oft sonderbare Sache,
die mer heit gar nimmi kann mache.
Mir ware bade in der Kaul
un reite mit`m nochbersch`Gaul
im Dreck un barfuss han mer gspielt
un ware gar net oft verkielt.
Als Halberwachsne kam oft dann
die Kerweihzeit uns Hausball dran
des gibt`s so kaum noch, schaad is`s drum,
die Jugend, die war so schnell rum.
Des neie Lied war Heirat dann
do hat mer sich was angfang!
un Kinner gab's gewiss schon bald,
so war es halt de Lebensbrauch.
Es gab noch viele scheeni Sache,
die mer im Banat konnt mache.
Schreib se uff, mir bitte drum,
damit mer uf sei Koste kummt.
Ihr kennt bestimmt so manche Gschichte,
die kennt ihr uns gleich do berichte.
Ein jeder derf was derzu saan,
nun hockt eich hin, un fangt gleich an.
Eine weitere Leistung der HOG Billed ist die neue CD "Heimatklänge"
der Trachtenblasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen, die beim
Treffen zum Verkauf angeboten wurde, da sie sich auch als
Geschenkidee sehr gut eignet.
Weitere angekündigte Programmpunkte waren die Gruppenfotos,
Kaffee und Kuchen, Abendessen.
Jeder Jahrgang machte mindestens ein Gruppenfoto - wobei wir
acht des Jahrgangs 1961, dank einer Nachzüglerin eine 2. Chance
zum Fotoshooting bekamen.
Für das leibliche Wohl sorgte das eingespielte Küchenteam
des Doanauschwabenhauses Frankenthal mit Kaffee und dem einladend
hergerichteten Kuchen-Tisch. Die zahlreichen Kuchenspenden
verwöhnten unsere Gaumen, wobei uns manches Rezept stark an
unsere Jugend erinnerte (z.B. Dobosch).
Als Abendessen gab es leckere "Krautknödel" oder das bewährte
"Schnitzel mit Pommes" mit Salat.
Freundliche Helfer sorgten dafür, dass jeder sein Getränk
nach Wunsch bekam, was bei insgesamt über 100 Teilnehmern
auch mal Anstehen bedeutete. Die Wartezeit dabei haben viele
mit "Verzähle" überbrückt, so dass das Anstehen recht schnell
verging.
Mit der Musik kam dann eine lockere Atmosphäre auf, nachdem
wir uns anfangs eher austauschen und erinnern wollten.
Wir haben alte Geschichten ausgekramt und unsere Schulzeit
mit Wehmut und Wohlwollen eher verklärt betrachtet...
Aber Franz Tröster und Horst Reiter heizten uns richtig ein,
es wurde "gezäppelt", "gefetzt", was das Zeug hielt! Manch
einer kam so richtig auf seine Kosten, denn unsere Musiker
spielten uns unsere Lieblingslieder auf Wunsch. Da wurde mitgesungen,
getanzt, geklatscht und dirigiert. Bei der Polonaise blieben
nur noch wenige auf ihren Stühlen sitzen. War das eine tolle
Stimmung!
Um ca. 3:30 Uhr morgens hat uns das Il Silentio dann klar
gemacht, dass unser Treffen dem Ende zugeht. Schon im Aufbruch
haben wir noch gemeinsam das Lied "Wahre Freundschaft" gesungen.
An dieser Stelle möchte auch ich ein herzliches "Danke" an
die Ideengeber, Organisatoren, Helfer und Spender aussprechen.
Das war ein schönes Klassentreffen, das bestimmt für alle
eine Bereicherung war!
Elfriede
Mumper
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