Billeder Denkmal in Karlsruhe

Billed wurde 1765 unter Kaiserin Maria Theresia
von deutschen Kolonisten gegründet.
Nach schwerem Anfang wuchs und entwickelte sich
die Gemeinde zu einem blühenden Schwabendorf.
Unter völkischem und Politischem Druck kehrten
die Deutschen nach 200 Jahren in ihr Mutterland zurück.

Wir gedenken in Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe
unserer Toten,
der Gefallenen der beiden Weltkriege, der Opfer der Flucht,
der Rußlanddeportation, der Baraganverschleppung,
all unserer Toten in der Heimat
und der Verstorbenen Landsleute in der ganzen Welt.


Zur Entstehung des Denkmals

Beim Billeder Heimattreffen in Karlsruhe zu Pfingsten 1983 wurde zum erstenmal über die Errichtung eines würdigen Denkmals für unsere Toten und für unser Heimatdorf Billed gesprochen. Die Idee fand bei vielen Landsleuten Zustimmung, Entscheidung wurde aber keine getroffen. Erst zwei Jahre später, beim Heimattreffen 1985, wurde die Errichtung eines Gedenksteins beschlossen.
Die Entscheidung für den Standort Karlsruhe ergab sich, nachdem die Stadt Karlsruhe unserem Antrag auf Bereitstellung eines entsprechenden Areals bereitwillig entsprochen hat.
Das Vorhaben war aber nur mit der Mithilfe aller Billeder Landsleute durchzuführen. Nach unserem Spendenaufruf zu Ostern und zu Weihnachten 1986 haben die Billeder großzügig gespendet. Von 340 Bilieder Familien wurden 32.000,- DM gespendet. Damit war die Finanzierung des Denkmals gesichert.
Nachdem man sich über die Form des Denkmals geeinigt und als Material griechischen Marmor — Trigaches — gewählt hatte, wurde die Bildhauerwerkstatt Irmschler in Schweinfurt mit der Arbeit beauftragt.
In einem Steinbruch in Kosani in Mittelgriechenland wurde ein Rohstein entsprechender Größe gefunden und noch im Winter nach Schweinfurt transportiert. Die Arbeiten am Stein begannen im Februar 1987. Die Bearbeitung des Reliefs wurde vom Bildhauer Warwera durchgeführt.
Am 24. Mai 1987 wurde der 2,5 Tonnen schwere Stein nach Karlsruhe gebracht und dort auf dem Hauptfriedhof im Feld 37 aufgestellt.
Am 7. Juni 1987 wurde das Denkmal unter großer Teilnahme der Billeder von Pfarrer Johann Palfi geweiht.



Mahnung

Die in den Gräbern ruhen
warten auf uns, auf uns alle.
Sie wollen gar nicht,
daß wir mit lauten Worten sie ,,Helden" nennen.
Sie haben für uns gekämpft, gezagt, gelitten,
sie sind für uns gestorben,
Sie waren Menschen wie wir.
Aber wenn wir in der Stille an den Kreuzen stehen,
vernehmen wir ihre gefaßt gewordene Stimme:
Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht,
daß Frieden bleibe,
Friede zwischen den Menschen,
Priede zwischen den Völkern!

Theodor Heuss 1884 - 1963
Bundespräsident 1949 - 1959


Anruf

Ihr, die Ihr nun für immer schweigt . . .
geliebt, vertraut und doch so fern . . .
seht ihr herab von einem fernen Stern,
der abendlich am Firmament sich zeigt.
Blickt Ihr auf uns, die erdgebunden
voll Hast und Unruh unsre Wege gehen
und oft den " Sinn des Lebens nicht verstehen
weil unser Dasein ohne Euch so leer. —
Voll Sehnsucht streck ich meine Arme zu Euch hin
Ich rufe Eure Namen, doch Ihr schweigt, —
wenn nächtlich sich am Himmel
Euer Sternbild zeigt
und ich verlassen und voll Trauer bin.

(Verfasser unbekannt)


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